Hallo, ich heiße Lora, ich bin 16 Jahre alt und verbringe mein Auslandsjahr in Minnesota, USA. Jetzt bin ich in meiner letzten Woche angekommen- kaum zu glauben, wie schnell die letzten elf Monate vergangen sind. Am 7. August.2024 bin ich in ein Flugzeug gestiegen, ohne zu wissen, wie sehr sich mein Leben verändern würde. Als ich in Minnesota ankam, wurde ich sofort von meiner Familie herzlich willkommen geheißen. Vor meiner Abreise hatte ich viele Sorgen: Wie wird es sein? Werde ich mich in meiner Gastfamilie wohlfühlen? Doch all diese Ängste verflogen in dem Moment, als ich meine Gastfamilie kennengelernt habe. Ich fühlte mich von Anfang an geborgen und willkommen- wie ein Teil der Familie.

Meine Gastfamilie besteht aus meiner Gastmutter, meinem Gastvater und einer Gastschwester, die genauso alt ist wie ich. Schon vom ersten Tag an, habe ich mich mit allen gut verstanden – besonders mit meiner Gastschwester habe ich eine enge
Beziehung aufgebaut. Es war schön, jemandem im gleichen Alter zu haben, mit dem ich so viele Erfahrungen teilen konnte. Ein besonderes Ritual war unser wöchentlicher Trip zu Target: Mindestens einmal pro Woche sind wir hingefahren und konnten dort stundenlang durch die Gänge spazieren, ohne dass uns langweilig wurde. Unsere gemeinsame Lieblings-Fast-Food-Kette war Chipotle- dort waren wir fast alle 2 Wochen. Diese kleinen Traditionen haben uns zusammengeschweißt und
den Alltag besonders gemacht. Zu unserer Familie gehört auch ein Hund- Winston ein Golden Retriever – und eine Katze. Beide waren von Anfang an ein Teil meines Alltags und haben mein Zuhause hier noch gemütlicher gemacht. Besonders Winston hat mir das Gefühl gegeben, wirklich zur Familie zu gehören. Jeden Tag, wenn ich von der Schule nach Hause
kam, wurde ich von ihm herzlich begrüßt. Am Abend sind wir oft gemeinsam auf der Couch eingeschlafen – er an meiner Seite.

Ich hatte jeden Tag von 8:00 bis 15:30 Uhr Schule. In den USA werden Highschool- Sportarten sehr ernst genommen – die Atmosphäre bei den Spielen war einfach richtig cool! Jeder hat jeden angefeuert, und es war super spannend, dabei
zuzuschauen. Nach dem Unterricht haben wir deshalb oft noch bei Volleyball- oder Basketballspielen zugeschaut. Ich bin einem Ski-Club in der Schule beigetreten. Im Januar und Februar sind wir insgesamt vier Mal Ski gefahren. Die Berge waren nicht besonders hoch, vor allem für mich, weil ich aus Österreich komme, wo die Berge im Vergleich zu Minnesota viel höher sind. Trotzdem hat es sehr viel Spaß gemacht. Ich war immer gemeinsam mit einer Austauschschülerin aus Frankreich unterwegs, und meine Gastschwester war auch dabei. Meine Gastschwester stand zum ersten Mal auf Skiern, also habe ich ihr viele Sachen beigebracht.

Jetzt, wo meine letzte Woche angebrochen ist, scheint auch Winston zu spüren, dass sich etwas verändert. Er weicht mir kaum noch von der Seite. Auch für mich und meine Gastfamilie ist diese Zeit voller Unsicherheit. Wir wird sich der Abschied
anfühlen? Wann werden wir uns wiedersehen? Wir versuchen, das Beste aus den verbleibenden Tagen herauszuholen, doch ich weiß schon jetzt: Der Abschied wird uns allen schwerfallen. Deshalb planen wir schon jetzt einen Gegenbesuch- meine
Gastfamilie möchte mich in Österreich besuchen. Allein der Gedanke daran, gibt uns ein kleines Stück Vorfreude und macht den bevorstehenden Abschied ein wenig leichter.

