Mein AFS  Austauschjahr

Sophias letzter Bericht:

Sup y’all! Ich lebe jetzt schon seit fast 8 Monaten in den USA und es waren die aufregendsten Monate meines Lebens.

Ich bin hier ganz alleine her gekommen, 15 Jahre jung und aus einer Großstadt, in ein kleines Dörfchen in New Jersey. Meine anfängliche Angst, dass ich nichts zu tun haben werde, ist schnell vergessen. Der erste Monat ist super aufregend; alles und jeder den du triffst ist neu und interessant. Es dauerte nicht lange bis die Schule begonnen hat und die anfängliche Nervosität und Aufregung, die nie ganz weggegangen ist, kommen zurück. Es ist anfangs komisch von einer Klasse zur anderen zu gehen und verschiedene Kinder in jeder Klasse zu haben, aber dadurch trifft man viel mehr verschiedene Leute. Auch durch Sport, für mich Fußball, habe ich einige Leute getroffen. Durch jede einzelne Person lernt man unzählige neue lernen und es ist eine unglaublich aufregende und tolle Kettenreaktion, die nie wirklich aufhört. Ich habe mittlerweile einen sehr engen Freundeskreis, mit denen ich so viele tolle Erinnerungen habe. Wir sind an den Strand gefahren um 4 Uhr in der Früh um uns den Sonnenaufgang anzuschauen oder nach Philadelphia um uns das Hippie-Viertel anzusehen. Es ist so faszinierend, wie ich diese Menschen vor nicht ganz einem Jahr gar nicht kannte. Natürlich macht es mich traurig zurück nach Wien zu gehen und ‚tschüss‘ zu allen meinen Freunden hier zu sagen, aber die letzten paar Monate werden wir noch so viel tolle Dinge erleben, wir werden nach NYC gehen, in den Freizeitpark mit der zweit höchsten Achterbahn der Welt und wir werden abends Filme schauen und einfach Zeit zusammen verbringen. Jeder Moment mit diesen Menschen ist Gold wert und wird es immer bleiben. Ich werde mich immer erinnern an diese tollen Menschen, die mir eine ganz neue Welt gezeigt haben, die mir geholfen haben, meinen Horizont zu erweitern und mich selbst neu zu finden. Ich bin eine komplett andere Person und ich würde mein Austauschjahr für nichts und niemanden eintauschen. Es war bisher das beste Jahr meines Lebens und ich werde nie im meinem Leben so froh über etwas zu seien, wie diese Entscheidung getroffen zu haben!

Ich möchte mich auch bei AFS selbst bedanken, die mir diese unglaubliche Chance ermöglicht haben und mir geholfen haben, mich zu dem Menschen zu machen, der ich jetzt bin. Vielen, vielen Dank!!

 

 

Sophias erster Bericht:

Sophia in den USA - Gastfamilie

Als ich mich schlussendlich von meinen Eltern und Freunden verabschiedet habe, meinen Rucksack mit all den Abschiedsgeschenken fertig hatte und ich mich umgedreht habe um zum Terminal zu gehen, habe ich gezittert wie noch nie. Ich habe mir die letzte Träne weggewischt und bin durch den Ticket-Check gegangen. Ich habe nicht realisiert was gerade passiert. Es hat sich angefühlt als würde ich all die Leute, die mich gerade zum Flughafen begleitet haben und die ich weinend umarmt habe, morgen wiedersehen.

 

Ich habe mir schon vor Monaten mit einer Freundin aus Tirol, die ich auf dem letzten AfsVorbereitungscamp kennengelernt habe, ausgemacht, dass wir im Flugzeug zusammensitzen, also hab ich ihr gleich geschrieben und nach ihr Ausschau gehalten, ich bin alleine herumgelaufen. Ich bin mir sicher, dass ich super komisch ausgesehen habe, in meinem gelben Afs Tshirt mit einer Kuh am Rücken, mit verweinten Augen und auf der Suche nach meiner Freundin. Ich bin froh, dass die Afs- Österrech Shirts so eine auffällige Farbe haben, denn ich hab gleich zwei andere Mädchen von Afs gefunden. Nach einiger Zeit habe ich dann auch meine Freundin und noch viele, viele andere Afs Schüler getroffen. Und dann war es so weit, Boarding. Wir sind ins Flugzeug gegangen, haben unsere Plätze gesucht und uns hingesetzt. Es hat nicht mehr lange gedauert bis wir in der Luft waren. Es gab kein Zurück mehr. Ich denke, dass ich erleichtert war. Ich hab im Flugzeug gleich meinen ersten Tagebuch Eintrag geschrieben. Ich hab geschrieben wie sehr ich meine Freunde und Familie jetzt schon vermisse, was ich im Nachhinein fast lustig finde. Natürlich vermisst man seine Freunde und Familie, aber es passiert so viel auf einmal, dass man gar keine Zeit hat irgendjemanden zu vermissen. Und wenn ich jetzt an meinen Rückflug denke, geht es mir genauso, wie bei meinem Hinflug, was mich glücklich macht, weil es einfach nur bedeutet, dass es all diese Gefühle wert war.

Ich bin in der Mitte der Sommerferien gekommen, deshalb hatte ich das erste Monat sehr viel Zeit um mir New Jersey und andere Staaten an der Ostküste etwas anzusehen. Ich hab auch meine erweiterte Gastfamilie kennengelernt, mit denen wir auch an den Strand gefahren sind. The famous Jersey shore. Ich hab mich sofort verliebt. Die wunderschönen Boardwalks, die aussehen, wie aus einem Film und dann der unendliche Ozean. Atemberaubend.

AFS in den USA: Jersey Shore

Noch in den Sommerferien hat das Fußballtraining begonnen. Ich hab dort gleich einige Mädchen aus meiner neuen Schule kennengelernt.

Der erste Monat war sehr einfach, ich hatte kein Heimweh, da alles viel zu aufregend war. Dann hat die Schule auch schon begonnen. Ich denke, dass Schule mein erster richtiger Kulturschock war. Schule ist sehr einfach hier. Das hat mich natürlich gefreut. Was anfangs sehr ungewöhnlich war, ist, dass sich Leute kaum nach der Schule treffen. Die meisten Leute haben Training nach der Schule und wenn nicht, ist man sehr auf ein Auto angewiesen. Ich hatte sehr gute Freunde auf meiner alten Schule (ich hab Schule und Gastfamilie gewechselt, aber dazu komme ich später noch), die alle schon alt genug waren um Auto zu fahren. Mittlerweile, nach fünf Monaten in den USA, habe ich mich schon fast ganz daran gewöhnt. Manchmal kann das ganz schön nervig sein, jedoch ist es nur halb so schlimm, wenn man beginnt sich daran zu gewöhnen.

AFS in den USA: AFS Beachparty

Nach genau einem Monat hatten wir die Afs Beachparty, auf der wir alle anderen Afser in New Jersey kennengelernt haben. Das war ein wirklich tolles Event, wo ich auch meine besten Freunde kennengelernt habe.   Wir haben uns gleich ausgemacht, dass wir uns bald wiedersehen, was wir dann auch gemacht haben. Wir haben uns in Princeton getroffen, weil dort zwei von uns vier wohnen. Seitdem haben wir uns ca. einmal pro Monat in Princeton getroffen. Es ist eine wunderschöne Stadt mit einer unglaublich schönen Universität. Es fühlt sich so an, als würde ich diese drei schon ewig kennen und bei dem Gedanken, dass ich irgendwann `Goodbye` sagen muss, kommen mir die Tränen.

 

Als Austauschschüler ist es glaube ich, dass beste zu hören, dass es anderen genauso geht wie dir, dass es nicht an dir liegt, dass du dich manchmal einsam fühlst und dass es für jeden Ups und Downs gibt. Nach einer Zeit wird man auch immer enger mit seinen Freunden an der Schule und man entwickelt eine Vertrauensbeziehung, was ich denke, sehr wichtig ist, da sie quasi auf ´der anderen Seite´ sind und dir ein bisschen mehr Einblick in die Psyche von amerikanischen Teenagern geben können.

Schüleraustausch USA: Homecoming week

In der Homecoming oder Spirit Week verkleidet man sich jeden Tag bzw. jeder Tag hat ein anderes Thema und am Wochenende darauf ist Homecoming. Mein Lieblingstag war Throwback-Thursday. Ich habe mich als Hippie verkleidet. Ein anderer Tag war der School-Spirit Tag an dem man in den Schulfarben in die Schule kommt. Unsere Schulfarben waren Rot und Weiß. Was das Ganze noch besser gemacht hat, ist, dass ich normalerweise ein Schuluniform tragen musste, aber diese Woche konnten wir tragen, was wir wollten. Auf meiner neuen Schule habe ich keine Schuluniform und ich muss sagen, dass ich es etwas vermisse, mich nicht darum kümmern zu müssen, was ich trage. Und noch dazu war meine Schuluniform eigentlich ziemlich hübsch.

Ich habe Mitte November Familie gewechselt. Mein Liasion (ein/e Betreuer/in der/die freiwillig für Afs tätig ist) hat mich für zwei Wochen bei sich aufgenommen, bis ich dann zu ihren Nachbarn gezogen bin, wo ich jetzt lebe. Ich habe auch Schule gewechselt und ich fühle mich hier sehr wohl. Ich fühle mich noch etwas neu, da wir seitdem sehr viele Ferien hatten, aber ich mache beim Musical  mit wodurch ich viele Leute kennengelernt habe und auch im Basketball Training habe ich die Chance meine Freunde jeden Tag zu sehen. All die neuen Leute und Sachen, die man auf einmal erlebt, lassen einen nicht wirklich platz um seine Freunde und Familie zu vermissen. Ich habe hier die unglaublichsten Menschen kennengelernt und hätte ich meine Freunde um mich herum, würde ich mich nie auf all diese Dinge und besonders Menschen einlassen. Es ist manchmal schwer, aber man bekommt das alles zurück.

Schüleraustausch USA: AFS Kollegen

Man lernt die kleinsten Gesten zu schätzen und lässt einige seiner Vorurteile, die man leider hat, hinter sich. Ich schätze sowohl meine Freunde hier, als auch meine Freunde in Wien so viel mehr. Man entwickelt nach einer Zeit auch eine ganz neue Komfortzone, man kommt viel mehr aus sich raus. Es ist einfach unglaublich, wie sehr man sich verändert und das sogar beobachten kann. Ich denke, dass ich mich seit ich hier bin sehr viel verändert habe. Ich habe sehr neue Weltansichten, ich fühle mich offener, als hätte mir jemand die Augen geöffnet. Ich würde sagen, dass ein Austauschjahr keinen Falls einfach ist, aber wow, das ist es auf jeden Fall wert.

Schüleraustausch USA: Times square