Im Zeitraum vom 26.10.2018 bis 2.11. 2018 nahmen wir, Susanne Kastberger, Matea Tadic, Angelika Binder, Simone Pesendorfer und Ursula Schwarz am interkulturellen LehrerInnen-Austausch in Wisconsin teil. Unsere Partnerschule Kettle Morraine High School befindet sich in Wales (in der Nähe von Milwaukee). Diese umfasst 4 Schultypen, die von insgesamt 1400 SchülerInnen besucht werden.

Diese 4 Schultypen sind Perform, Global, HS Square und Legacy. Alle bis auf Legacy sind nicht an einen staatlichen Lehrplan gebunden, sondern verfügen über ein Höchstmaß an Autonomie in ihrer Gestaltung. Während Legacy einer regulären High School entspricht, liegt der Fokus in Perform vor allem auf Kreativität und fächerübergreifendem Arbeiten und Gestalten, bei Global auf dem eigenständigen Arbeiten mit Hilfe von digitalen Medien und bei HS Square auf dem Erlernen von praktischen Fähigkeiten im Sozial- und    Gesundheitsbereich.

Die räumlichen Ausmaße des Schulcampus haben uns sehr beeindruckt. Nicht nur die Sportplätze im Außenbereich, sondern auch sämtliche Werkstätten für Keramik, Holz, Metall, Kunst, Bandraum sowie das riesige Auditorium mit professioneller Bühne und Bühnenausstattung, die großzügige Bibliothek und Cafeteria überstiegen all unsere Erwartungen. Alle SchülerInnen arbeiten mit Laptop und auch die Kontrolle ihres Lernerfolgs wird durch ein eigens konzipiertes Online-Programm erfasst. Die US-amerikanischen Austausch-LehrerInnen hatten unseren Besuch sehr gut durchdacht und vorbereitet. Der Schultag in Kettle Morraine beginnt für LehrerInnen um 07:00 Uhr und für SchülerInnen um 07:20 Uhr mit dem Pledge of Allegiance.

Am ersten Tag wurden wir vom Vizedirektor der Schule durch das Gebäude geführt und durften die verschiedenen Zweige kennenlernen.

Im Anschluss begleitete jede von uns ihre/n Gastgeber/In für den Rest des Schultages im Unterricht. Am zweiten Tag nahmen wir an einem Field Trip der Marketingabteilung teil. Im klassischen gelben Schulbus ging es zu zwei verschiedenen Werbeagenturen in Milwaukee.

Am dritten Tag besuchten wir verschiedene Unterrichtsstunden in den verschiedenen Schulzweigen und waren bereits in den Unterricht involviert.

Am vierten und letzten Schultag bestand unsere Hauptaufgabe im Vorstellen unseres Landes, unserer Kultur und unseres Schulsystems. Die Videopräsentation, die SchülerinInnen von Angelika Binder vorbereitet hatten, bot sich da als sehr geeigneter Einstieg. Die amerkanischen SchülerInnen zeigten sich durchwegs sehr interessiert und hatten auch viele Fragen an uns, die wir gerne beantworteten.

Nicht zu vergessen ist auch, dass uns unsere amerikanischen GastgeberInnen ein abwechslungsreiches Programm an den Nachmittagen und Abenden boten. Wir besuchten das faszinierende Chicago, ein Ausflug bei dem wir auch die AFS-Hauptverantwortliche der Region kennenlernen durften, wir fuhren nach Madison, die Hauptstadt Wisconsins sowie Milwaukee mit seinem außergewöhnlichen Art Center. Außerdem erlebten wir einen tollen Abend in Old World Wisconsin, einer Art Freilichtmuseum, in dem von SchülerInnen der Kettle Morraine Highschool schaurige Szenen und Geschichten erzählt und dargestellt wurden. Schließlich waren wir ja zum richtigen „Gruselzeitpunkt“ im Lande, nämlich zu Halloween! Auch im privaten Rahmen gab es deshalb noch einiges zu feiern, traditionelles Kürbisschnitzen und Caramel Apples inklusive!

Nach dieser intensiven, sehr lohnenden Woche hatten wir jedenfalls das Gefühl, eine Menge neuer Einblicke ins amerikanische Schulsystem gewonnen zu haben und neue FreundInnen in unseren Hosts und Partner-LehrerInnen gefunden zu haben. Wir freuten uns schon auf das baldige Wiedersehen in Wien, das nach nur einem Monat, also Anfang Dezember, bereits stattfinden sollte.

Auch diese gemeinsame Zeit war anstrengend und bereichernd für uns alle.

Im Gegensatz zu unserem Aufenthalt in Wisconsin, wo all unsere GastgeberInnen an nur einer Schule in einem Schulgebäude unterrichten, war die Einteilung und Aufteilung unserer amerikanischen Gäste auf unsere fünf Schulen nicht ganz unkompliziert.

Schließlich bekamen unsere amerikanischen KollegInnen aber Einblick in jeweils vier verschiedene Schulen und konnten viel in unseren Stunden beitragen. Auch sie hatten eine Videopräsentation über ihre Schule und Region dabei, was sich als ein guter Aufhänger für weitere Gespräche herausstellte. Erwartungsgemäß waren sie beeindruckt von den Fremdsprachenkenntnissen unserer SchülerInnen!

Natürlich waren auch wir bemüht, unseren Gästen ein abwechslungsreiches Wienprogramm zusätzlich zu den Schulbesuchen zu bieten. Vom Stadtspaziergang über die Rätselrally, die von AFS organisiert wurde, über den Besuch der Kammeroper, diverser Christkindlmärkte, des Schloss Schönbrunn, Time Travel Vienna, bis zum Schnitzelabend, Schweinsbratenschmaus und einem netten Abschlussabend beim Heurigen war alles dabei. Wien bot sich unseren FreundInnen in sehr adventlichem Kleid (Lichterketten und Glühwein inbegriffen), was durchaus großen Anklang fand.

Alles in allem war der interkulturelle Austausch in jedem Fall eine echte Bereicherung für uns alle. Wir sind dankbar, dass AFS diesen Austausch und unseren Aufenthalt in Wisconsin ermöglicht hat und hoffen, dass das Pilotprogramm, deren Teilnehmerinnen wir waren, eine Fortsetzung im nächsten Jahr findet und zu einem fixen Angebot von AFS für andere KollegInnen im In- und Ausland wird.